Shopware Payments im Vergleich: Lohnt sich der Wechsel von PayPal, Mollie, Stripe, Unzer oder Adyen?
Shopware
Shopware hat mit Shopware Payments eine neue, direkt in die Plattform integrierte Zahlungslösung veröffentlicht. Für Shopbetreiber, die bereits PayPal Checkout, Mollie, Stripe, Unzer oder Adyen einsetzen, stellt sich damit eine naheliegende Frage:
Sollte ich meinen bestehenden Zahlungsanbieter jetzt wechseln?
Die kurze Antwort lautet: nicht automatisch. Shopware Payments ist optional. Bestehende Zahlungsanbieter können weiterhin genutzt werden, ohne dass Shopware daraus technische Einschränkungen oder wirtschaftliche Nachteile ableitet.
Trotzdem lohnt sich ein genauer Blick. Shopware Payments kann Zahlungsprozesse stärker in der Shopware-Administration bündeln, Supportwege verkürzen und – abhängig vom Shopware-Plan und den bisherigen Konditionen – Transaktionskosten reduzieren. Ob diese Vorteile einen Wechsel rechtfertigen, hängt aber von Deinem aktuellen Vertrag, Deinen Prozessen und Deinen Märkten ab.
In diesem Beitrag erklären wir, was hinter Shopware Payments steckt, wie sich die Lösung von PayPal Checkout unterscheidet und wann sich ein Wechsel von einem bestehenden Zahlungsanbieter tatsächlich lohnen kann.
Das Wichtigste vorweg: Shopware Payments ist kein verpflichtender Ersatz für Deinen bisherigen Zahlungsanbieter. Besonders interessant ist die Lösung für Händler in Deutschland und Österreich, die Payments stärker innerhalb von Shopware verwalten möchten. Wer bereits individuelle Konditionen oder komplexe Abläufe mit seinem Anbieter vereinbart hat, sollte vor einem Wechsel die tatsächlichen Gesamtkosten und Prozesse vergleichen.
Was ist Shopware Payments?
Shopware Payments ist eine native Payment-Lösung, die direkt über die Shopware-Administration eingerichtet und verwaltet wird. Kontostände, Transaktionen, Erstattungen und zentrale Einstellungen werden damit enger an das Shopsystem angebunden.
Die technische und kaufmännische Rollenverteilung ist dabei wichtig: Shopware stellt die Integration und den zentralen Zugang bereit, die Zahlungsabwicklung erfolgt über die Infrastruktur von PayPal. Shopware Payments ist also nicht einfach ein eigenes Zahlungsnetzwerk von Shopware. PayPal bleibt im Hintergrund der Payment Service Provider.
Für die Einrichtung kann ein bestehendes PayPal-Business-Konto verbunden oder ein neues Konto angelegt werden. Shopware übernimmt anschließend die erste Anlaufstelle für Supportfragen und koordiniert bei zahlungsspezifischen Themen die Eskalation zu PayPal.
Nach der aktuellen Shopware-Dokumentation ist die Lösung in allen Shopware-Plänen verfügbar. Sie kann ab Shopware 6.7.1.0 als Shopware Service aktiviert werden; für bestimmte ältere Versionen wird sie als App bereitgestellt. Der aktuelle Rollout richtet sich an Händler in Deutschland und Österreich. Weitere Märkte sollen schrittweise folgen.
Merkmal | Shopware Payments |
|---|---|
Integration | Direkt in Shopware eingebettet |
Zahlungsabwicklung | Über PayPal |
Verwaltung | Zentral in der Shopware-Administration |
Support | Shopware als erste Anlaufstelle |
PayPal-Konto | Bestehendes Business-Konto kann weiterverwendet werden |
Verfügbarkeit | Aktuell Deutschland und Österreich |
Shopware-Pläne | Community Edition, Rise, Evolve und Beyond |
Lizenzkosten | Keine zusätzliche Lizenzgebühr |
Preismodell | Transaktionsabhängig und teilweise vom Shopware-Plan abhängig |
Der größte Vorteil liegt damit nicht allein in den angebotenen Zahlungsmöglichkeiten. Entscheidend ist die stärkere Verbindung zwischen Shop, Zahlungsverwaltung und Support.
Gleichzeitig ist Shopware Payments noch eine junge Lösung. Sie wurde im Juni 2026 vorgestellt. Langjährige Praxiserfahrungen wie bei etablierten Integrationen liegen daher naturgemäß noch nicht im gleichen Umfang vor. Für besonders komplexe oder umsatzkritische Setups sollte die Einführung deshalb kontrolliert getestet werden.
Shopware Payments und PayPal Checkout: Was ist der Unterschied?
Auf den ersten Blick wirkt Shopware Payments wie eine neue Variante des bekannten PayPal-Plugins. Schließlich basieren beide Lösungen auf PayPal und können dasselbe bestehende PayPal-Business-Konto verwenden.
Der Unterschied liegt vor allem in der Einbindung in Shopware.
Shopware Payments | PayPal Checkout | |
Grundmodell | Eigenständiges, nativ eingebettetes Shopware-Produkt | Bestehende PayPal-Integration für Shopware |
Payment Service Provider | PayPal | PayPal |
Verwaltung | Stärker innerhalb von Shopware gebündelt | Shopware-Plugin in Verbindung mit dem PayPal-Konto |
Support | Shopware als zentrale erste Anlaufstelle | Je nach Anliegen über Shopware oder PayPal |
Preismodell | Neues, teilweise vom Shopware-Plan abhängiges Modell | Bestehende PayPal-Händlerkonditionen |
PayPal-Business-Konto | Kann weiterverwendet werden | Wird ebenfalls verwendet |
Verfügbarkeit | Aktuell Deutschland und Österreich | International breiter verfügbar |
Verpflichtender Wechsel | Nein | Kann weiterhin genutzt werden |
Ein Wechsel von PayPal Checkout zu Shopware Payments ist deshalb kein vollständiger Anbieterwechsel. PayPal bleibt der Zahlungsdienstleister und das bestehende Geschäftskonto kann erhalten bleiben. Neu sind insbesondere die tiefere Shopware-Integration, der Supportweg über Shopware und das kommerzielle Modell.
Für Händler, die heute bereits PayPal Checkout einsetzen, ist Shopware Payments daher der naheliegendste Vergleich. Der technische und organisatorische Wechsel kann kleiner ausfallen als der Wechsel zu einem völlig anderen PSP. Ganz ohne Planung funktioniert er trotzdem nicht.
Shopware empfiehlt, die benötigten Zahlungsfunktionen zunächst mit Shopware Payments zu testen und doppelte Einträge im Checkout zu vermeiden. Das bisherige PayPal-Plugin sollte für alte Bestellungen noch installiert und aktiv bleiben, solange darüber Erstattungen, Rückfragen oder offene Transaktionen bearbeitet werden müssen. Erst danach sollte es vollständig deaktiviert werden. Den empfohlenen Ablauf beschreibt Shopware im Abschnitt zur Migration von PayPal zu Shopware Payments.
Wie unterscheidet sich Shopware Payments von anderen Zahlungsanbietern?
Bei Mollie, Stripe, Unzer oder Adyen ist die Ausgangslage eine andere. Hier geht es nicht nur um eine neue Integration, sondern um einen tatsächlichen Wechsel der Payment-Plattform und des Vertragspartners.
Anbieter | Typisches Profil | Stärke des bestehenden Setups | Wann Shopware Payments interessant wird |
Shopware Payments | Shopware-Händler in Deutschland und Österreich | Native Verwaltung und zentraler Support | Wenn Payments stärker in Shopware gebündelt werden sollen |
PayPal Checkout | B2C-Shops mit bestehendem PayPal-Setup | Etablierte Integration und breite Marktverfügbarkeit | Wenn dieselbe PayPal-Infrastruktur enger in Shopware eingebunden werden soll |
Mollie | Kleine und mittelständische europäische Shops | Einfaches All-in-one-Modell und transparente Standardpreise | Wenn die native Verwaltung oder Shopware-Konditionen einen messbaren Vorteil bringen |
Stripe | Internationale und technisch individuelle Geschäftsmodelle | Flexible Plattform und API-orientierte Prozesse | Wenn das bestehende Setup überwiegend standardisiert ist und weniger externe Verwaltung gewünscht wird |
Unzer | DACH- und europäischer Mittelstand | Individuelle Handels-, Risiko- und Servicepakete | Wenn das aktuelle Leistungspaket nicht mehr benötigt wird oder zu aufwendig ist |
Adyen | Größere internationale und komplexe Unternehmen | Globale Plattform, Risiko- und Omnichannel-Funktionen | Vor allem bei einem stärker standardisierten Shopware-zentrierten Setup |
Für die Wechselentscheidung lässt sich der Vergleich einfach zusammenfassen:
Mollie: Wenn die etablierte Shopware-Integration stabil läuft und die Konditionen passen, gibt es keinen zwingenden Wechselgrund. Shopware Payments wird interessant, wenn zentrale Verwaltung oder niedrigere tatsächliche Kosten einen messbaren Vorteil bringen.
Stripe: Die Plattform ist besonders flexibel für internationale und individuell entwickelte Prozesse. Diese Flexibilität kann wertvoller sein als wenige Cent Gebührenunterschied. Für ein weitgehend standardisiertes Shopware-Setup ist ein Vergleich dennoch sinnvoll.
Unzer: Verträge können zusätzliche Risiko-, Forderungs- oder Omnichannel-Leistungen enthalten. Vergleiche deshalb nicht nur den Einstiegspreis, sondern das tatsächlich genutzte Paket.
Adyen: Die Shopware-App verbindet Shopware mit einer umfangreichen internationalen Payment-Plattform. Wer deren globale, Risiko- oder Omnichannel-Funktionen nutzt, wird selten allein für eine einfachere Administration wechseln.
Was kostet Shopware Payments im Vergleich?
Ein Preisvergleich zwischen Zahlungsanbietern ist schwieriger, als es auf den ersten Blick wirkt. Gebühren unterscheiden sich je nach Vertrag, Umsatz, Kartentyp, Herkunft, Währung und zusätzlich gebuchten Leistungen.
Damit die Größenordnung verständlich bleibt, zeigt die folgende Tabelle die veröffentlichten Standard- beziehungsweise Einstiegskonditionen. Als Beispiel verwenden wir – soweit ein pauschaler Preis vorliegt – eine erfolgreiche Transaktion über 100 Euro.
Preisstand: 15. August 2026. Maßgeblich sind immer Dein konkreter Vertrag und die bei Abschluss geltenden Konditionen.
Lösung und Vergleichsfall | Veröffentlichter Preis | Kosten bei 100 € | Fixkosten und Hinweis |
Shopware Payments, Community Edition, Visa/Mastercard | 1,65 % + 0,27 € | 1,92 € | Keine zusätzliche Payment-Lizenz |
Shopware Payments, Rise, Visa/Mastercard | 1,45 % + 0,25 € | 1,70 € | Keine zusätzliche Payment-Lizenz |
Shopware Payments, Evolve/Beyond | Individuell | Individuell | Angebot erforderlich |
PayPal Checkout, Standard-Inlandstransaktion | 2,99 % + 0,39 € | 3,38 € | Individuelle Händlerkonditionen können abweichen |
Mollie, EU-Verbraucherkarte | 1,80 % + 0,25 € | 2,05 € | Keine monatliche Standardgebühr; Volumenpreise ab 100.000 € monatlich |
Stripe, Standardkarte aus dem EWR | 1,50 % + 0,25 € | 1,75 € | Keine Einrichtungs- oder Monatsgebühr im Standardmodell |
Unzer, veröffentlichter E-Commerce-Einstiegspreis | ab 1,50 % + 0,20 € | ab 1,70 € | Je nach Paket; Unzer nennt zusätzlich mögliche Service- und Einrichtungsgebühren |
Adyen, Visa/Mastercard | 0,11 € Bearbeitung plus Interchange++ | Nicht pauschal berechenbar | Tatsächliche Karten- und Vertragskosten kommen hinzu; keine App- oder Setup-Gebühr |
Die Tabelle zeigt zwei Dinge:
Erstens ist Shopware Payments bei Karten im öffentlich ausgewiesenen Standardmodell konkurrenzfähig. Im Rise-Plan liegt der Beispielpreis nahe bei Stripe und dem veröffentlichten Einstiegspreis von Unzer. In der Community Edition liegt er unter dem Standardpreis von Mollie, aber über dem Stripe-Standardpreis.
Zweitens bedeutet das nicht, dass Shopware Payments für jeden Shop günstiger ist. Volumenverträge können deutlich von den Listenpreisen abweichen. Besonders bei Unzer, Adyen und größeren Händlerkonten ist ein Vergleich nur mit dem konkreten Angebot sinnvoll.
Für PayPal-Zahlungen gilt außerdem eine wichtige Besonderheit: Shopware übernimmt laut eigener Preisübersicht die bestehenden PayPal-Konditionen ohne zusätzlichen Aufschlag. Wer bereits PayPal Checkout nutzt, spart bei diesen Transaktionen durch Shopware Payments daher nicht automatisch. Der wirtschaftliche Unterschied entsteht vor allem durch das übrige Payment-Volumen, planabhängige Konditionen und mögliche Einsparungen im laufenden Betrieb.
Wann lohnt sich ein Wechsel zu Shopware Payments?
Ein Wechsel ist besonders prüfenswert, wenn … | Beim bestehenden Anbieter zu bleiben kann sinnvoller sein, wenn … |
Dein Unternehmen in Deutschland oder Österreich sitzt. | Du Märkte oder Funktionen benötigst, die Shopware Payments aktuell noch nicht abdeckt. |
Du Zahlungsprozesse und Support stärker in Shopware bündeln möchtest. | Du sehr gute individuelle Konditionen ausgehandelt hast. |
Dein heutiges Setup überwiegend aus Standardprozessen besteht. | Dein Payment tief mit ERP, Buchhaltung, Abonnements oder weiteren Systemen verbunden ist. |
Deine tatsächlichen Gebühren oberhalb der Shopware-Konditionen liegen. | Du spezielle Risiko-, Acquiring- oder Omnichannel-Funktionen Deines Anbieters nutzt. |
Du PayPal Checkout verwendest und Dein bestehendes PayPal-Konto behalten möchtest. | Dein heutiges Setup stabil läuft und nur ein kleiner rechnerischer Preisvorteil entsteht. |
Ein zentraler Ansprechpartner für Shopware und Payments wichtig ist. | Du mit einer neuen Lösung zunächst weitere Praxiserfahrungen abwarten möchtest. |
Vor der Entscheidung solltest Du nicht nur die Listenpreise vergleichen. Exportiere die tatsächlich gezahlten Gebühren der letzten drei bis sechs Monate und rechne sie mit Deinem Shopware-Plan, der Zahl der Transaktionen und dem durchschnittlichen Bestellwert gegen.
Prüfe außerdem, was sich bei Erstattungen, Zahlungsabgleich, Buchhaltung, ERP-Anbindung und besonderen Abläufen ändert. Ein etabliertes, zuverlässig funktionierendes Setup besitzt einen wirtschaftlichen Wert. Die mögliche jährliche Ersparnis muss deshalb höher sein als der Aufwand für Einrichtung, Tests und Prozessanpassungen.
Die richtige Vergleichsgröße sind die Gesamtkosten des Zahlungsprozesses – nicht nur die Gebühr einer einzelnen Transaktion.
Unsere Einschätzung: Nicht aus Neugier wechseln, sondern mit einem klaren Ziel
Shopware Payments ist eine relevante neue Option für Shopware-Händler. Die native Einbindung, der gebündelte Support und die veröffentlichten Konditionen machen die Lösung besonders für Händler in Deutschland und Österreich interessant.
Am einfachsten ist die Bewertung für bestehende PayPal-Checkout-Nutzer: PayPal bleibt der PSP, das bestehende Geschäftskonto kann weiterverwendet werden und Shopware übernimmt eine größere Rolle bei Integration und Support. Trotzdem müssen laufende Bestellungen und Erstattungen sauber migriert werden.
Bei Mollie, Stripe, Unzer oder Adyen sollte die Hürde höher liegen. Hier werden auch Vertrag, Abrechnung, Reporting und möglicherweise weitere Prozesse ausgetauscht. Ein kleiner Gebührenvorteil reicht dafür meist nicht aus.
Ein Wechsel lohnt sich dann, wenn Shopware Payments entweder spürbar Kosten reduziert, Abläufe vereinfacht oder Verantwortlichkeiten klarer macht. Wenn Dein heutiges Setup zuverlässig läuft und diese Verbesserungen nicht messbar sind, gibt es keinen Grund, übereilt zu handeln.
Wie Nimbits Dich bei der Entscheidung unterstützt
Wir betrachten nicht nur die veröffentlichten Transaktionspreise. Gemeinsam prüfen wir Deine tatsächlichen Gebühren, die eingesetzten Zahlungsprozesse und die Verbindung zu Shopware, ERP und Buchhaltung.
Auf dieser Basis bewerten wir, ob Shopware Payments für Deinen Shop einen wirtschaftlichen und operativen Vorteil bringt. Wenn ein Wechsel sinnvoll ist, planen und testen wir die Umstellung so, dass bestehende Bestellungen, Erstattungen und laufende Prozesse berücksichtigt werden.
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