Warenwirtschaft für Shopware 6

Die perfekte Warenwirtschaft für Shopware 6 – wir als Shopware Agentur zeigen euch die gängigsten Systeme!

Fangen wir mit den Basics an – für alle anderen geht es hier zu den Systemen:

 

Für was genau ist denn eine Warenwirtschaft zuständig?

In der Warenwirtschaft werden die verschiedenen Artikel die Sie in Ihrem Shop verkaufen gemanaged. Hier geht es um Bestandsverwaltung und abarbeiten von Bestellungen. Es können je nach Warenwirtschaft verschiedene Lager gepflegt werden, den Artikeln die Lagerplätze zugewiesen werden und die Stückzahl der Artikel wird verwaltet. Aber hier hört es nicht auf.

Für gewöhnlich ist die Warenwirtschaft das Gehirn hinter dem Shop. Es werden Artikelattribute wie Artikelnummern, Beschreibungen, Bilder, etc. gepflegt.
Des weiteren findet man in den meisten Warenwirtschaften auch eine Chargenverwaltung die es möglich macht die unterschiedlichen Verfallsdaten bei z.B. Lebensmitteln oder Produktchargen zwecks Rückverfolgbarkeit abzubilden.
Wird im Shop eine Bestellung ausgelöst so gelangt diese – bei den meisten Systemen – auch in die Warenwirtschaft und wird von hier aus im Picking Prozess, also der Prozess des Zusammensammelns der einzelnen Bestellpositionen, bearbeitet. Das System sagt Ihren Mitarbeitern auf welchen Lagerpositionen die bestellten Artikel lagern, sodass Ihre Mitarbeiter die Bestellung effizient bearbeiten und versenden können.

 

Für wen macht es Sinn eine Warenwirtschaft mit Shopware 6 einzusetzen?

Auf diese Frage gibt es vermutlich keine kurze Antwort – aber definitiv viele Verschiedene:
Zunächst einmal kommt es auf Ihren Umsatz im Onlineshop an: Verkaufen Sie 20-50 Produkte im Monat wird sich der Einsatz einer Warenwirtschaft vermutlich kaum finanziell lohnen, vor allem wenn man die damit verbundenen Einführungskosten betrachtet. Diese Anzahl an Produkten können Sie bereits mit den Methoden des Standard Shopware 6 Systems abdecken.

Sollten Ihre Artikel aber Spezialfälle sein z.B. Lebensmittel dann benötigen Sie eine Chargenverwaltung und damit auch sehr bald eine Warenwirtschaft.

Des weiteren macht es Sinn eine Warenwirtschaft einzusetzen, sofern Sie eine größere Menge Produkte im Onlineshop verkaufen und entsprechend große Bestandsveränderungen haben. Eine Warenwirtschaft erleichtert Ihnen hier die Produktverwaltung, den Einkauf und auch die jährliche Inventur des Bestandes.

Natürlich gibt es auch noch viele weitere Gründe eine Warenwirtschaft – sofern Sie diesen Artikel lesen haben Sie sehr wahrscheinlich Bedarf.

Welche Warenschaftssysteme gibt es für Shopware 6?
Im Markt gibt es eine Vielzahl an unterschiedlichen Anbietern – diese können wir leider nicht alle behandeln. Wir nehmen aus unserem Agenturalltag die gängigsten Systeme für kleine bis mittelgroße Shops und schauen Sie uns heute an. Darunter fallen Pickware, WeClapp, Actindo und JTL.

 

Pickware für Shopware 6

Pickware Logo

Die erste Warenwirtschaft die einem in den Sinn kommt wenn man den Zusammenhang mit Shopware 6 herstellt ist wohl Pickware. Pickware ist ein, in das Shopware 6 Ökosystem integriertes, Warenwirtschaftssystem und wird aus der Shopware 6 Administrationsoberfläche bedient. Pickware bietet zum aktuellen Stand (Februar 2021) Bestands- und Lieferantenverwaltung. Es folgen aber Mitte 2021 noch die Point Of Sale (POS) Erweiterung sowie das Warehouse Management System (WMS). Das POS System bietet Ihnen künftig die Möglichkeit Ladenkassen mit automatischer Bestandsausbuchung über Ihr Warenwirtschaftssystem abzuwickeln. Das WMS System hilft Ihnen künftig dabei die Bestellungen mit einem Pickgerät effizient zu picken.
Was momentan mit Pickware leider nicht möglich ist – dies ist vermutlich der größte Knackpunkt – ist eine Chargenverwaltung. Aber auch diese hat Pickware für das Jahr 2021 versprochen. Man darf also auf Großes hoffen.

Die Vorteile von Pickware kurz im Überblick:
– Integriert in das Shopware Backend
– einfache Bedienung
– preiswert

Die Nachteile:
– keine Chargenverwaltung (soll im Jahr 2021 kommen)
– momentan kein POS (Soll im Jahr 2021 kommen)
– momentan kein WMS (Soll im Jahr 2021 kommen)
– begrenzte Anpassungsmöglichkeit

Kostenpunkt:
Preiswert

Zusammengefasst lässt sich also sagen das Pickware zwar für Shopware 5 eine gute Lösung war, momentan es aber leider noch an wichtigen Features mangelt, die ab einer gewissen Artikelmenge oder Artikelart notwendig werden. Gerade der fehlende WMS Part sowie die noch nicht vorhandene Chargenverwaltung fallen unserer Meinung nach schwer in das Gewicht. Pickware wird aber in Zukunft mit Sicherheit wieder ein solides System werden für kleinere bis mittelgroße Shops. Gerade die geringen Initialkosten machen es für den ein oder anderen Shop doch sehr attraktiv.

 

WeClapp für Shopware 6


WeClapp ist quasi der Newcomer im Bereich Warenwirtschaft wenn es um Shopware geht. Die Firma hat in den letzten Jahren eine große Umstrukturierung unternommen und begibt sich nun auf das Spielfeld Shopware. Das Warenwirtschaftssystem liefert eine solide Grundbasis mit vielen Features mit welcher gearbeitet werden kann. Die Warenwirtschaft wird komplett in der Cloud gehostet und ist damit leider nur begrenzt anpassbar. Eine POS und WMS Anbindung ist jedoch ohne Probleme möglich. WeClapp kommt mit einer Chargenverwaltung und bietet umfangreiche Features wie eine Marktplatzanbindung, eine Buchhaltung, sowie verschiedene Anbindungen für Versanddienstleister. Die Menge der Features ist auf den ersten Blick in der Benutzeroberfläche jedoch überwältigend und benötigt etwas Einarbeitungszeit.

Vorteile:
– umfangreiche Features (Rulebuilder etc.)
– Chargenverwaltung
– Buchhaltung
– Marktplatzanbindung
– Versanddienstleister Anbindung
– POS Anbindung möglich
– WMS Anbindung möglich

Nachteile:
– kaum anpassbar / nur begrenzt anpassbar
– Menge der Features in der Oberfläche auf den ersten Blick überwältigend

Kostenpunkt:
Mittel bei längerer Bindung

Zusammenfassend lässt sich sagen, dass WeClapp eine solide Warenwirtschaft für mittelgroße Shops bietet. Kleinere Shops werden mit dem Funktionsumfang vermutlich nicht glücklich, da es für diesen Fall eindeutig zu viel und zu groß ist. Was wir leider vermissen, aber dem Umstand der Cloud integration zuzuschreiben, ist die Anpassbarkeit. Dies bedeutet, dass Ihre Prozesse im Zweifelsfall auf die Warenwirtschaft angepasst werden müssen. Die Marktplatzanbindung gefällt uns sehr gut. WeClapp hat ein großes Paket geschnürt mit dem der ein oder andere Shop sicher sehr gut bedient ist.

 

Actindo für Shopware 6

ACtindo Logo
Actindo tritt als Weiteres der großen Systeme in den Shopware Markt. Vom Feature-Umfang ist es das größte System das wir in diesem Beitrag betrachten. Actindo besticht es durch Anpassbarkeit und Mandantenfähigkeit. Eine Anbindung an Bestandssysteme wie SAP etc. ist ohne Probleme möglich, was die Migration und den Umstieg von einem alten System deutlich vereinfacht. Auch Amazon PAN EU ist möglich. Des weiteren hat Actindo ein starkes Steuermanagement, um den Handel zwischen den Ländern mit verschiedenen Länderstandorten automatisiert zu handhaben. Die Zielgruppe ist ganz klar der mittelgroße bis große Shop.

Vorteile:
– sehr viele Features
– Anpassbarkeit
– Chargenverwaltung
– viele Martkplatzanbindungen
– Amazon PAN EU
– POS Anbindung
– WMS Anbindung
– Anbindung an Bestandssysteme
– Mandantenfähigkeit

Nachteile:
– höherer Einrichtungsaufwand
– Menge der Features in der Oberfläche auf den ersten Blick überwältigend

Kostenpunkt:
Mittel bei längerer Bindung

Als Fazit lässt sich zu Actindo sagen dass es ein extrem umfangreiches System ist welches perfekt für Shops mit mehreren Versandzentren in unterschiedlichen Ländern ist, zum Beispiel bei einem EU-weitem Fulfillment durch Amazon. Gerade die Mandantenfähigkeit und Anbindung an bestehende Systeme, sowie die Anpassbarkeit erleichtern die Umstellung auf Actindo extrem. Es lassen sich quasi alle denkbaren Use-Cases mit entsprechendem Aufwand umsetzten.

 

JTL für Shopware 6

JTL ist ein alteingesessener Gigant auf dem Markt der Warenwirtschaften. Jeder der über eine Warenwirtschaft für Shopware 6 nachdenkt ist früher oder später über JTL gestolpert. Die Warenwirtschaft kommt mit geringen Kosten (kostenfrei bei 1 Platz Lizenz) und guten Features wie Chargenverwaltung und Marktplatzanbindung. Allerdings hat JTL mittlerweile einige Jahre auf dem Buckel. Installiert wird das System auf einem Windows-Server was für Viele ein Knackpunkt ist. Die Zusammenarbeit mit dem Shopsystem gestaltet sich außerdem teils schwierig, da JTL immer komplette Datensätze überträgt, was einige Einstellungen im Shopsystem durch Überschreibung auf direktem Wege unmöglich macht.

Vorteile:
– Chargenverwaltung
– geringe Kosten
– Marktplatzanbindungen

Nachteile
– separater Server nötig
– unübersichtlich
– schlechtes Verständnis des Shopsystems

Kostenpunkt:
gering (kostenfrei bei 1-Platz-Lizenz)

Es lässt sich sagen das die Zielgruppe von JTL ganz klar kleine Shops sind. Gerade ihre Lizenzpolitik mit dem kostenfreien Einstieg macht das System perfekt für alle Shops die mit wenig Kapital durchstarten. Unserer Meinung nach ist JTL aber ab einer gewissen Shopgröße durch die Unübersichtlichkeit und technische Basis nicht mehr zu Konkurrenzfähig. Die Tatsache dass die Gestaltung des Shops eingeschränkt ist und man zusätzlich einen Windows Server unterhält, bedeutet einen gewissen Negativpunkt. Was uns gut gefällt ist die Marktplatzanbindung und Chargenverwaltung.

 

Welches System wählen?
Alle der vier vorgestellten Systeme haben Ihre Daseinsberechtigung und Zielgruppe. Mit allen Systemen kann produktiv gearbeitet werden.

Sollten Sie einen kleineren Shop besitzen so empfehlen wir Pickware oder JTL, sollten Sie größer aufgestellt sein raten wir zu Actindo oder WeClapp. Da der Markt aber groß ist und das Thema sehr tief kommt man nicht um eine Einzelfallbetrachtung herum.

Sollten Sie eine professionelle Meinung für Ihren Unternehmensfall brauchen so helfen wir Ihnen gerne weiter. Kontaktieren Sie uns und erhalten Sie eine unverbindliche Erstberatung.


Autor: Lukas Hofmann

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